Von Puma zu Adidas: Ein Seitenwechsel mit Folgen

WWarum in die Ferne schweifen, so nah sein ist gut – bei Adidas und Puma sozusagen vor der Haustür, der Hauptsitz im fränkischen Herzogenaurach ist nur wenige Kilometer entfernt. Björn Gulden, der bis Ende des Jahres Puma-Chef blieb, hätte nicht mehr lange auf seine neue Position als CEO eines benachbarten Konkurrenten zu gehen.

Noch ist nichts entschieden. Fest steht vorerst nur, dass sich Adidas mit Gulden über einen möglichen Nachfolger von CEO Kasper Rorsted „in Gesprächen“ befindet, wie der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller am Freitagnachmittag mitteilte. Puma hatte kurz zuvor bekannt gegeben, dass der 57-jährige Norweger seinen Managementvertrag zum Jahresende auslaufen lasse und der bisherige Vertriebsvorstand Arne Freundt, der seit mehr als einem Jahrzehnt in verschiedenen Positionen bei Puma tätig ist, die Spitze übernehmen werde Arbeit ab Januar. Freundt war bisher unter anderem für die Strategie, das Online-Geschäft und die Region Europa von Puma verantwortlich und erhält nun einen Vierjahresvertrag.

Auch Lesen :  Haldenwang: "Letzte Generation" kein Beobachtungsobjekt für den Verfassungsschutz - Wirtschaft & Volkswagen – News

Er vertraut auf Gulden

„Ich habe noch viel Energie für eine operative Rolle für die nächsten 5 bis 10 Jahre, aber das wäre zu lange für Puma“, sagte Gulden am Freitag und befeuerte Transfergerüchte. Im Sommer gab Adidas bekannt, dass Dane Rorsted das Unternehmen vorzeitig verlassen und nach einem Nachfolger gesucht werde. Eine Puma-Sprecherin lehnte es ab, sich dazu zu äußern, ob Gulden ein Wettbewerbsverbot in seinem Vertrag hat. Das „Manager Magazin“ teilte mit, dass Gulden nicht direkt wechseln könne. Finanzvorstand Harm Ohlmeyer könnte Adidas in der Wartezeit führen. Der Kurs von Adidas wurde am Freitag jedoch nach oben getrieben und stieg zwischenzeitlich um bis zu 29 Prozent. Der Wechselkurs von Puma fiel. Das zeigt, wie viel Vertrauen der Markt in Gulden hat.

Auch Lesen :  Continental steigert Umsatz deutlich | Freie Presse

Investoren feiern ihn bereits als neuen Chef von Adidas. „Björn Gulden hatte einen hohen Ruf als Chef von Puma, er war der Schlüssel zum Turnaround und zur Stärke der Marke Puma“, sagt Stifel-Analyst Cedric Lecasble. Es könnte auch der Marke Adidas einen weiteren Schub geben. Ingo Speich, Leiter Corporate Governance bei Deka Investment, sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, Gulden sei ein Segen für Adidas gewesen, weil er das nötige Wissen und die Erfahrung in Märkte wie den Kapitalmarkt gebracht habe. Der Puma-Chef habe aus einem kleinen Unternehmen eines der stärksten der Branche gemacht, sagte Thomas Jökel, Fondsmanager bei Union Investment.


— (–)


Für eine detaillierte Übersicht

Der größere Rivale lief in den vergangenen Monaten alles andere als glatt. Während Puma im dritten Quartal Rekordzahlen verbuchte, musste Adidas seine Ziele erneut kürzen – zum zweiten Mal in nur drei Monaten. Der Druck auf den Adidas-Aufsichtsrat unter Leitung von Bertelsmann-Chef Thomas Rabe, Rorsteds Nachfolger zügig vorzustellen, hat zuletzt zugenommen. Die Gruppe beendete ihre lukrative Zusammenarbeit mit Rapper Kanye West aufgrund seiner antisemitischen Äußerungen, die den Gewinn schmälern werden. Die Bilanz wird vor allem durch das schwache Chinageschäft belastet, das einen erheblichen Teil der Einnahmen von Adidas ausmacht. Darüber hinaus sind sowohl Nike als auch Adidas jetzt vollständig auf Lager, da sich Käufer in Europa und insbesondere Amerika aufgrund gestiegener Lebensmittel- und Energiepreise zurückhalten. Die Ware muss daher mit Rabatten verkauft werden. Es gibt viele Baustellen, mit denen Gulden fertig werden muss.

Auch Lesen :  Bauern: Veganes Essen unerwünscht - Wirtschaft

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button