Verfahren zur WM 2006: Man kann nur einmal vor Gericht – Sport

Der Rechtsstreit im Skandal um Millionenzahlungen vor der WM 2006 geht weiter. Das Landgericht Frankfurt hat Ende vergangener Woche entschieden, das Verfahren gegen die drei ehemaligen DFB-Funktionäre Wolfgang Niersbach, 71, Horst R. Schmidt, 80, und Theo Zwanziger, 77. Gegen diese Entscheidung wird die Staatsanwaltschaft Frankfurt nun jedoch sofortige Beschwerde einlegen. Das bestätigte die Behördensprecherin der SZ. Nun muss sich das Oberlandesgericht erneut mit der Angelegenheit befassen.

Der Entscheid des Landesgerichts beruht nicht auf Tatsachenbegründungen, sondern darauf, dass die drei Angeklagten im Frühjahr 2020 vor einem Schweizer Gericht zu demselben Sachverhalt Stellung nehmen mussten. Nach einem alten Rechtsgrundsatz kann ein Angeklagter nur einmal verurteilt werden für eine angebliche Tatsache, die auch grenzüberschreitend gilt. Dass das Verfahren in der Schweiz gegen die ehemaligen Beamten nicht mit einem Sachurteil, sondern wegen der Verjährung mitten in der Hauptverhandlung endete, ändert für das Bezirksgericht nichts.

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Der Fall betrifft die Zahlung des Organisationskomitees der WM im Frühjahr 2005. Damals wurden 6,7 Millionen Euro an den Weltfußballverband überwiesen; Der Betrag wurde als Spende für eine geplante WM-Gala angekündigt, die später abgesagt wurde. Tatsächlich überwies die Fifa die Summe noch am selben Tag an den ehemaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus (gestorben 2009), der damit einen Kredit zurückerstattet hatte, den der Franzose 2002 dem 77-jährigen deutschen WM-Boss Franz Beckenbauer gewährt hatte dass zehn Millionen Franken an den Mann fliessen könnten Der 73-jährige katarische Geschäftsmann und FIFA-Funktionär Mohammed bin Hammam. Der Grund für diese Transaktion, die zum Skandal von Legends of Summer führte, ist bis heute unklar.

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Am Ende des Verfahrens können 26 Millionen Euro an den DFB zurückgezahlt werden

Die Schweizer Bundesanwaltschaft wirft den drei deutschen Funktionären und dem ehemaligen Fifa-Generalsekretär Urs Linsey in diesem Zusammenhang Betrug zu Lasten oder Beihilfe zum DFB vor.Die Anklage der deutschen Staatsanwaltschaft befasst sich mit dem Vorwurf der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall Weil die 6,7 Millionen Euro zu Unrecht als Betriebsausgabe geltend gemacht wurden, haben alle Beteiligten stets ihre Unschuld beteuert.

Das Verfahren in Frankfurt läuft schon länger. Die Ermittlungen begannen im Herbst 2015. 2018 entschied das Landgericht, die Anklage nicht zuzulassen: Die Zahlung von 6,7 Millionen diente dem WM-OK-Chef in Kenbauer als „Belohnung“ und sei daher als Betriebsausgabe anzusehen. Auch damals erstattete die Staatsanwaltschaft Anzeige – mit Erfolg. Das Oberlandesgericht ordnete die Eröffnung des Verfahrens an.

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Am Ende des Verfahrens kann auch der DFB von der aktuellen Entscheidung des Landgerichts profitieren. Wegen des 6,7-Millionen-Euro-Auftrags wurde ihm die Gemeinnützigkeit für 2006, die ihn knapp 20 Millionen Euro gekostet hat, entzogen.

Inklusive Zinsen kann er nun 26 Millionen Euro zurückbekommen. Der frühere DFB-Boss Zwanziger hat vor wenigen Wochen Strafanzeige gegen verschiedene Vertreter der Justiz und Steuerfahndung in Hessen wegen Unschuldigen-Verfolgung und Landesverrats gestellt und eine Schadensersatzforderung in Höhe von „nicht weniger als 50.000 Euro“ angekündigt.

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