Schavan: Kritische Papiere aus Rom werden in Deutschland bestellt

Die ehemalige deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan, ist besorgt über die Polarisierungstendenzen in der Kirche rund um das Thema Synodalität. „Wenn irgendein kritisches Schreiben aus Rom kommt, können Sie davon ausgehen, dass der Auftrag aus Deutschland kommt“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in einem Interview mit dem Bistum Aachen. Er wisse aber nicht, dass der Papst all diese Dokumente kenne – „Rom ist vielfältig“.

Anstatt Dokumente zu schreiben, empfiehlt er, in der Weltkirche miteinander zu reden. „Für den Erfolg der Reformen wird entscheidend sein, wie wir uns an der Weltsynode beteiligen“, sagt Schavan. Es ist wichtig, dass sich verschiedene Gruppen nicht weiter voneinander trennen. “Wir dürfen uns nicht immer verschließen oder auf Rom blicken.”

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Weder Bischöfe noch Laien sind sich darüber einig, was Erneuerung in der Kirche bedeutet. Daher sollte ein Format zum „Umgang mit unterschiedlichen Wahrheiten“ gefunden werden. Streiten ist nichts Schlechtes. “Nicht alle müssen immer einer Meinung sein.”

Die Beteiligung von Gläubigen ist wichtig

Entscheidend sei laut Schavan die Beteiligung der Gläubigen. Dies wird von großer Bedeutung sein. „Es muss mehr Beteiligung geben. Wie kann eine lokale Gemeinschaft bestehen, wenn die Menschen nicht ermutigt werden, Verantwortung zu übernehmen.“ Sie dazu zu ermutigen, ist eine Führungsaufgabe.

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Die Corona-Pandemie hat viele Spannungsfelder offengelegt. „Vieles, was man vorher hätte erahnen können, wurde klar, aber niemand wollte es zugeben.“ Außerdem können sich viele Menschen nicht erklären, warum es zwölf Jahre der Kontroverse gedauert hat, seit es 2010 im Umgang mit Missbrauch in der Kirche ans Licht kam.

Die Gemeinde braucht heute Transformation. „Vieles, was früher richtig war, ist heute falsch“, sagt Schavan. Die Verantwortlichen von heute sollten sich beim Abschied gut fühlen. Sie müssen zuhören und Ihre Position weiterhin hinterfragen. In der Kirche gebe es viel zu tun: „Dafür brauche ich keinen Pfarrer oder Bischof. Ehrenamtliche können das auch. Sie müssen es mit Zuversicht tun.“ – Die deutschen Bischöfe sind derzeit zu einem Ad-limina-Besuch in Rom. Im Zentrum der Diskussionen stehen unter anderem der synodale Weg und der universalsynodale Prozess. (cph)

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