Mohamed Mbougar Sarrs Roman „Die geheimste Erinnerung der Menschen“

Ein Zitat des in Dakar geborenen senegalesischen Autors Mohamed Mboukar Saar im Vorwort zu seinem Roman „Die geheimste Erinnerung des Menschen“ ist bereits inspirierend. Sie stammt vom chilenischen Schriftsteller Roberto Bolaño, aus seinem Buch „Die wilden Detektive“ und beschäftigt sich mit den Wegen der Literatur und Zeit und Ort, Kritik und Leser und den vielen Tode, die ein Buch sterben kann: „Am Ende von Am, in Endlose Weiten, die die Arbeit in absoluter Einsamkeit zurücklegt.

Das Werk mit Saars neuem Roman, der letztes Jahr mit dem Prix Concorde ausgezeichnet wurde, stammt von einem gewissen TC Elliman, erschien 1938 unter dem Titel The Labyrinth of the Inhuman und gilt als Kultbuch.

Am Ende reist das Werk in absoluter Einsamkeit in endlose Weiten.

Roberto Bolano

Saars Hauptfigur, die junge Diegane aus dem Senegal, liest den Roman gespannt im zeitgenössischen Paris. Und natürlich, weil es so mysteriös ist und er das letzte verbliebene Exemplar in die Hände bekommen hat. Das sagt er über den mysteriösen Autor: Elimon (…) spielte drei mächtige Trümpfe aus: Zuerst erhielt er einen Namen mit mysteriösen Initialen; Später schrieb er nur ein Buch; Schließlich verschwand er spurlos.

Auch Lesen :  Spannender Bestseller für düstere Novembertage

Deegan, der selbst Schriftsteller werden möchte, macht sich als Detektiv auf, um Ellimans Leben aufzudecken. Was war damals die Aufregung und der darauf folgende Skandal, wie wuchs die Kontroverse um diesen Roman, Elimane wurde des Plagiats verdächtigt und er versucht herauszufinden, wer schuldig war: Hier wurde ein schwarzer Schriftsteller gefeiert, der bereits „Black Rimbaud“ hieß . Doch wie ein Literaturprofessor herausfand, hat er in seinem Roman die Klassiker der Weltliteratur zweckentfremdet und kopiert.

Auch Lesen :  "Verräterkind": Auseinandersetzung mit den Lügen des Vaters | NDR.de - Kultur - Buch

Deegan trifft Leute, die Eliman und seine Familienmitglieder kannten, als er durch die Archive wandert. Er erkennt, wie sehr die Probleme des Romans und das Leben des Autors mit seiner eigenen Existenz als schwarzer Schriftsteller in Paris zusammenhängen. Es geht um das Verhältnis zwischen dem einst kolonialen Frankreich und dem afrikanischen Kontinent, um den Umgang der Literaturwelt mit Schriftstellern aus ehemaligen Kolonien, mal gefeiert, mal nur geduldet, um Rassismus, Eurozentrismus und kulturelle Aneignung im Literaturbetrieb.

Aber es geht um die Arroganz der jungen Schriftsteller gegenüber der älteren Generation: Vielleicht verband sie vor allem die „stille Assimilation“, wie Deegan einmal über seine Generation urteilte: „Wir Afrikaner waren ein bisschen verloren in Europa, unglücklich. Wir gaben vor, es zu sein.“ überall zu Hause.”

Vorbild ist Yambo Olokums Roman „Die Ordnung der Gewalt“.

Wie gut er in Literatur ist, beweist Mohamed Mbougar Sarr mit diesem kunstvoll aufgebauten, manchmal vertrackt wirkenden Roman, der mehrere Erzählebenen hat und letztlich eine Geschichte von zwei Aufgaben ist: eine für TC Elliman. und die von Eliman nach ihm.

Auch Lesen :  Ulrich Fischer: "Asbest – Franz Kafka als Unternehmer" - Kafkas Kampf mit der Beteiligung an einer Fabrik

Nicht zuletzt erinnert Saar an ein wahres Werk, das nun wieder aus der Einsamkeit gerissen werden soll: den 1968 mit dem Prix Renatot ausgezeichneten Roman „Das Gebot der Gewalt“ des malischen Autors Yambo Oololog. Später des Diebstahls beschuldigt und verboten. Es enthielt unter anderem Passagen aus Graham Greenes „Battlefield of Life“. „Der Orden der Gewalt“ wurde erst 2003 neu aufgelegt, seit 2019 gibt es auch eine deutsche Übersetzung in der Schweizer Elster Verlagsbuchanlung.

Zur Startseite

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button