Massenaussterben: Das tödliche Trio des Klimawandels

Iet DieterMeyrl / Getty Images / iStock (Details)

Edelweiß | Die globale Erwärmung führt dazu, dass sich wärmeliebende Arten nach Norden und Süden ausbreiten, während kälteliebende Arten zurückgehen. Wenn sie in hohen Bergen oder hohen Breiten keine Zuflucht mehr finden könnten, würden sie sterben.

Zwerg Warnung

Moderne Gipfel und Inseln sind kaum mit der Situation vor Millionen von Jahren zu vergleichen, da es kein definitives Vergleichsmaterial gibt. Der Archäologe Wolfgang Kießling und sein Team fanden eine Frühwarnung vor einem massiven Artensterben, das bis heute anklingt: Im Iran gibt es jetzt eine 4 Meter dicke Gesteinsschicht, die sich kurz vor dem Großen Aussterben auf dem Meeresboden gebildet hat. Von Arten vor 252 Millionen Jahren. „Dort lässt sich jede Schicht mit 100-Jahres-Genauigkeit handhaben“, sagt der Erlanger Forscher.

Auch Lesen :  Pflanzenvielfalt: Mehr Verlierer als Gewinner | Freie Presse

Im Meer gab es damals viele Tintenfische namens Ammon, die sich mit Kalkschalen vor dem Feind schützten. Vor Beginn der globalen Erwärmung hatten diese Kalksteinkrusten einen Durchmesser von etwa 15 cm. Dann steigt die Temperatur und es fehlt nicht nur Sauerstoff im Wasser, sondern es schwimmt auch weniger Nährstoffe herum. Durch diesen Mangel wird das Ammoniak alle 100 Jahre kleiner, ihre Schalen schrumpfen leicht in der Ablagerungenschicht. Kurz vor Beginn des Artensterbens hatten sie im Durchschnitt nur noch einen Durchmesser von 3 cm. Solche Zwerge sind heute bei Muscheln im Meer und bei Vögeln im Amazonas zu beobachten. „Heute ist es nicht das vulkanische Kohlendioxid, sondern Industrieschornsteine, Ölheizungen und Autoabgase, die die Temperaturen in die Höhe treiben und günstige Bedingungen für die drei Toten schaffen“, sagte Kießling.

Auch Lesen :  Erfolgreicher Frachtflug zu Chinas Raumstation | Freie Presse

Die nahe Zukunft

Rechenbeispiele von Manuel Steinbauer zeigen, dass der Klimawandel unserer Zeit das Artensterben weiter vorantreiben wird. „Ökosysteme sind jedoch zu komplex, um solche seriösen Vorhersagen zu machen“, erklärt Bayreuth-Forscher. Inzwischen deutet alles darauf hin, dass der Klimawandel die Biodiversität auf dem Höhepunkt des anhaltenden Wandels ernsthaft unter Druck setzen wird. „Und weil der Klimawandel so schnell und so groß ist, sind große Probleme zu erwarten“, sagte Steinbauer.

Er Rainer von Brandis / Getty Images / iStock (Details)

Korallenbleiche | Korallenriffe sind besonders von der Erderwärmung betroffen: Überhitzen Korallen, verlieren sie ihren Zusammenhalt und schlagen aus – auf Dauer schmälert das die Überlebenschancen ihres Lebens erheblich.

„Im Falle eines großen Aussterbens in der Vergangenheit durch die globale Erwärmung haben hochmobile Arten mit schneller Verdauung besser überlebt als alle anderen“, sagte Kießling. Dazu gehören zum Beispiel Forellen, die viel Sauerstoff benötigen und daher unter einer bereits einsetzenden Hypoxie leiden. „Nur diese flexiblen Arten können den Klimawandel besser überstehen als Brachiopoden, die Muscheln ähneln.“ Am Ende des Perms entgingen ruhige Brachiopoden dem Aussterben.

Auch Lesen :  Winterliche Episode: Noch einmal Schnee und frostige Nacht | NDR.de - Nachrichten

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button