Linde will raus aus dem Dax – Wirtschaft

Viele Frankfurter dürften über die Nachricht von diesem Dienstag sehr verärgert sein: Der Industriegasekonzern Linde will sich von der Frankfurter Wertpapierbörse verabschieden. Der Vorstand habe beschlossen, den Aktionären ein Delisting von der Frankfurter Wertpapierbörse vorzuschlagen, teilte der Noch-Dax-Konzern am späten Montag mit.

Es ist ein schwerer Schlag für den deutschen Kapitalmarkt. Denn Linde war nicht nur seit seiner Gründung im Jahr 1988 Mitglied im deutschen Leitindex. Mit einer Bewertung von mehr als 140 Milliarden Euro ist das Unternehmen zudem das wertvollste börsennotierte Unternehmen Deutschlands. Der Verlust von Linde würde den Dax und damit den deutschen Aktienmarkt hart treffen. Linda-Aktien werden künftig nur noch an der New York Stock Exchange gehandelt.

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Einfach gesagt: Eine Präsenz am Main lohnt sich einfach nicht

Die Erklärung für diese Entscheidung ist für die Deutsche Börse besonders schmerzhaft: Das Dual Listing in New York und Frankfurt wirkt sich negativ auf die Bewertung des Unternehmens aus, sagte CEO Sanjiv Lamba. Einfach gesagt: In Frankfurt zu sein lohnt sich einfach nicht. Bisher werden die Linde-Aktien an beiden Börsen gehandelt, der Löwenanteil des Aktienhandels findet aber bereits in New York statt. Die Präsenz in Frankfurt sei aber auch ein wichtiges Symbol, Linde dürfte über eine größere Zahl deutscher Kleinaktionäre verfügen.

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„Wir sind sehr stolz auf unsere reiche Geschichte und starke Präsenz auf der ganzen Welt, einschließlich unserer Ursprünge in Deutschland“, sagte Samba, der Linde seit etwas mehr als sechs Monaten leitet. Die Zweitnotierung leistete gute Dienste, verlangsamte jedoch die Preisentwicklung aufgrund von Restriktionen in Europa.

Das 1879 gegründete Münchner Traditionsunternehmen Linde fusionierte 2018 mit dem amerikanischen Konkurrenten Praxair. Die Fusion war umstritten, und die meisten Managementfunktionen sind seitdem in die Vereinigten Staaten abgewandert. Sollten die Ausstiegspläne verwirklicht werden, werde eine neue Beteiligungsgesellschaft gegründet, sagte Linde. Aktionäre würden für jede von Linde plc gehaltene Aktie eine Aktie der neuen Holdinggesellschaft erhalten, die an der New Yorker Börse notiert wird.

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Schließlich wird die neue Holding weiterhin den Namen Linda tragen. Der Vorschlag habe keine Auswirkungen auf die Organisationsstruktur, Mitarbeiter, Kunden oder Präsenz von Linde, sagte Samba. Deutschland wird ein wichtiger Markt bleiben. Früher hatte Linde seinen Hauptsitz in München, aber der Konzern hat einen großen Standort in Höllriegelskreuth im Süden der Stadt. Das Unternehmen ist kürzlich wegen eines Milliardenauftrags für den russischen Gaskonzern Gazprom in die Kritik geraten, der vor Kriegsausbruch vereinbart worden war und nun weitgehend auf Eis liegt.

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