HSV hat ein Problem: Vuskovic unter Dopingverdacht

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Der HSV hat ein Problem: Voskovic steht unter Dopingverdacht

Dopingverdächtig: HSV-Profi Mario Voscovic. Dopingverdächtig: HSV-Profi Mario Voscovic.

Dopingverdächtig: HSV-Profi Mario Voscovic.

Quelle: Christian Charisius/dpa

Doping im deutschen Profifußball? Beim Hamburger SV gibt es einen Verdachtsfall. Gegen Innenverteidiger Mario Voscovic wird ermittelt. Welche Konsequenzen ergeben sich für den Spieler – und für den HSV?

dEr freute sich über das 4:2 und die Abwehrposition am Ende der zweiten Bundesliga-Saison hielt für den Hamburger SV und seine Fans nicht.

Zwei Stunden nach dem Spiel schockieren DFB und Klub mit einer Aussage, die alles sagt: Der DFB hat gegen Profi Mario Voskovic ein Verfahren wegen Dopingverdachts eröffnet.

Der Erythropoetin (Epo)-Stofftest des 20-jährigen Innenverteidigers wurde am 25. September bei der Prüfung des Trainings als positiv bekannt gegeben. Der Verein teilte mit: „Wir haben Mario Voscovic vorerst von Training und Spielen ausgeschlossen, um ihn und den Verein vor Verletzungen zu bewahren.“ Seine Abwesenheit im Spiel gegen Sundhausen wurde zuvor mit „persönlichen Gründen“ erklärt.

Das Team brach am Sonntagmorgen zu einem neuntägigen Trainings-, Wettkampf- und Spaßausflug nach Kalifornien auf – ohne Voskovich. Er hat Probe B geöffnet und bereitet eine Erklärung vor. So lange ist Kausa Voskovic verdächtig.

Dopingexperten ist jedoch nicht bekannt, dass Epo in der Vergangenheit mit Lebensmitteln gemischt oder unwissentlich mit Medikamenten zur Behandlung von Krankheiten eingenommen wurde. „Das Regelwerk unterscheidet zwischen spezifischen und unspezifischen Stoffen und Methoden. Ein NADA-Sprecher sagte: Die im Regelwerk erwähnten spezifischen Materialien und Methoden sind diejenigen, die von einem Athleten hauptsächlich zu anderen Zwecken als zur Leistungssteigerung verwendet werden. Bei unspezifischen Materialien ist diese Wahrscheinlichkeit geringer. “Epo fällt unter unspezifische Substanzen.” Denkanstoß: Im Radsport wurde Epo fast ausschließlich zur Leistungssteigerung eingesetzt.

Die Regelstrafe für Dopingvergehen beträgt vier Jahre. Bei erwiesener Unschuld kann die Strafe reduziert werden. Für den 20-jährigen Voskovic, der kurz vor dem Wechsel in die Nationalmannschaft steht, könnte eine lange Sperre das Ende seiner sportlichen Karriere bedeuten.

Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Voskovic. Das muss er, denn seit Dezember 2015 gilt die Anti-Doping-Regelung. Wird der Verstoß bestätigt, droht dem ausgewählten Spieler unter 21 Jahren ein Gerichtsverfahren.

Profiboxer Felix Sturm war der erste Fall in Deutschland, der unter anderem wegen Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Am Freitag durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft Voskovics Schließfach im Volksparkstadion. Sie sagten, es wurde nichts gefunden.

Staatliche Ermittlungen sind für Dopingfahnder von großem Wert. Wir wollen wissen: Ist es ein Krimineller oder steckt dahinter jemand, der ein Netzwerk betreibt? „Wir arbeiten eng mit den staatlichen Ermittlungsbehörden zusammen“, sagte ein NADA-Sprecher.

Nach dem Dopingtest am 16. September bestritt der HSV 8 Zweitligaspiele, darunter 4 Siege (gegen Düsseldorf, Hannover, Paderborn und Regensburg) und ein Unentschieden (Kaiserslatern). Können Vereine, die gegen Hamburg Punkte verloren haben, diese Rangliste anfechten?

2016 hat der DFB seine Regeln zur Bewertung von Spielen bei Anti-Doping-Verstößen an die von FIFA und UEFA angeglichen. Demnach sollen Bußgelder für einen Klub erwogen werden, “wenn nachgewiesen wird, dass der Klub ein Verschulden trifft oder mehr als zwei Spieler im Team gegen Anti-Doping-Regeln verstoßen haben”. Da offenbar weder das eine noch das andere anwesend ist, sind die Einsprüche, die spätestens 48 Stunden nach Bekanntwerden des Vorfalls eingereicht werden müssen, wohl nicht möglich.

Doch sollte der Dopingverstoß nachgewiesen werden, muss der HSV in der Rückrunde umstellen. Voskovic ist trotz seiner Jugend sehr wichtig im Defensivspiel der Hamburger. Er war in dieser Saison immer dabei, bis er positiv getestet wurde.

Der Verein verpflichtete den Innenverteidiger im Sommer für drei Millionen Euro. In der vergangenen Saison spielte das Talent von Hajduk Split auf Leihbasis beim HSV. Mit einem Marktwert von fünf Millionen Euro gehört er zu den Top-Profis der zweiten Liga. Ihn zu verlieren, würde dem HSV sehr wehtun.

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