Hart aber fair: „Es wird die größte Reform im Krankenhaussektor seit 20 Jahren“

DDie Weihnachtsmarktsaison hat begonnen. Der erste Weihnachtsmarkt in Essen hat vergangene Woche eröffnet – ganz ohne Corona-Aufforderung. Andere Städte wie Köln, Dresden und Nürnberg haben derzeit keine Beschränkungen für Weihnachtsmärkte.

Das Oktoberfest in München verzeichnet während und kurz nach den Feierwochen in der bayerischen Landeshauptstadt einen deutlichen Anstieg der Vorfälle. Sie liegen jetzt unter dem Bundesdurchschnitt. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) fand es richtig, dass das Oktoberfest stattfindet, aber „mehr Sicherheit wäre möglich“, monierte er und fügte am Montagabend zu Beginn der Sendung „Hart aber Fair“ in der ARD hinzu. : “Sie dürfen auch nicht vergessen, dass viele Menschen erkrankt sind und dass durch die Zunahme der Fallzahlen wieder Menschen unnötig gestorben sind.”

Auch die anderen Gäste von Frank Plasberg machten ihre Position zur aktuellen Corona-Politik deutlich: Neben Lauterbach forderte die wissenschaftliche Redakteurin der „Süddeutschen Zeitung“, Christina Berndt, die Pandemie weiterhin ernst genug zu nehmen.

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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD)

Klaus Holetschek, Bayerns Staatsminister für Gesundheit und Pflege, verlagerte einen anderen Schwerpunkt und deutete an, dass die Corona-Situation beherrschbar sei. Und Martin Machowecz, Leiter des Ressorts „Kontroversen“ bei der ZEIT, betonte: „Wir leben in einer Zeit, in der Corona nicht mehr das ist, was es zu Beginn dieser Pandemie war.“ Für ihn ist Corona inzwischen vergleichbar mit einer Grippe, und eigentlich nicht gefährlicher als diese.

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Lisa Schlagheck, Krankenschwester am Uniklinikum Münster, sprach sich für eine Maskenpflicht in Innenräumen aus, verstand aber auch, dass „die Menschen wieder in ihren Alltag zurückkehren wollen“.

Shawn tauscht Schläge aus

Auf die Frage von Plasberg, wie wichtig Lebensfreude für die Gesellschaft sei, antwortete Lauterbach: „Man kann Lebensfreude auch genießen und erleben, ohne unnötige Risiken einzugehen.“ ZEIT-Journalist Machoevich antwortete: „Ich hoffe, es dauert nicht mehr allzu lange. Die Bundesregierung will nicht mehr bestimmen, wann die Freude beginnt und wann sie endet.“

Lauterbach betonte, dass die Zahl der Todesfälle in Deutschland deutlich gestiegen sei. Macowecz wies darauf hin, dass es unmöglich sei, genau zu sagen, wie dies geschah.

CSUer Holetschek schloss den Schlagabtausch: Am Ende liege es in der Verantwortung jedes Einzelnen, ob er an Veranstaltungen wie dem Oktoberfest oder den anstehenden Weihnachtsmärkten teilnehme.

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Helmut Fickenscher, 60, ist leitender Virologe an der Universität Kiel und Präsident der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Viruserkrankungen.

Leitender Virologe an der Universität Kiel

Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko), sagte dem Bayerischen Rundfunk vor zwei Wochen: „Natürlich kann man auch sagen, dass es sich jetzt um eine endemische Virusinfektion handelt.“ Lauterbach sah das anders und appellierte an ein Expertengremium des Bundes. Regierung und der Weltgesundheitsorganisation – beide stufen Corona weiterhin als Pandemie ein. Die Ausbreitung der Viruserkrankung lässt sich noch nicht lokalisieren und saisonal begrenzen. „Wir haben neue Optionen, wir erwarten, dass die neuen Optionen ansteckender sein werden“, betonte der Gesundheitsminister.

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Machowecz kritisierte: „Selbst mit ständigen Warnungen vor unsichtbaren Gefahren spielen Sie mit dem Vertrauen der Menschen im Kampf gegen die Pandemie.“

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Berndt entgegnete: „Die Lage kann sich jeden Moment wieder verschärfen.“ Ein ZEIT-Journalist antwortete: „Die Leute hören auf, Masken zu tragen, weil sie das Gefühl haben, dass diese Maßnahme keinen Sinn hat.“ Er befürchtet, dass sich Deutschland mit zahlreichen Maßnahmen abschottet. : „Kein europäisches Land hat diese strengen Regeln.

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Schlagheck berichtete aus ihrem Arbeitsalltag als Krankenschwester: Patienten, die stundenlang in der Notaufnahme warten mussten, Behandlungen, die aus Platzgründen auf den Fluren stattfanden, und permanenter Personalmangel. All das gehört zum Arbeitsalltag. Nach einem 77-tägigen Streik konnten er und seine Kollegen am Universitätsklinikum Münster nun vermeiden, in Nachtschichten in einen Solo-Schichtplan eingeteilt zu werden. Sie fasste den aktuellen Zustand der Pflegenden zusammen: „Irgendwann ist man erschöpft, das zehrt körperlich und seelisch auf.“

Wendepunkt der Show: Lauterbach stellt die Rechnung vor

Lauterbach erklärte, er wolle die „Bauwerksfestvergütung“ beenden. Mit einem Gesetzentwurf namens „Krankenhaushilfegesetz“ will er die Situation in den Krankenhäusern ändern. Schlagheck kritisierte, dass sich der Gesetzentwurf nur auf „bettentragende Pflegebereiche“ beziehe, Notaufnahmen wie Radiologie und Transportbereiche ausschließe. “Jetzt gibt es eine Lösung”, sagte Lauterbach und wies die Kritik zurück, dass das Wiederbelebungsmedikament in dieser Akte ebenfalls berücksichtigt wurde.

„Ich sehe das als etwas, das endlich passiert“, sagte der Retter Berndt Lauterbach: „Wir brauchen diese Gemeinschaft aus Bund und Ländern.“ Bei Investitionen und Planungen kommt den Ländern eine große Rolle zu, so der Journalist. Und mit einem Blick auf die Krankenschwester fügte er hinzu: “Es muss auch eine Revolution sein, was die Männer und ihre Gutmütigkeit angeht.”

„Das wird die größte Krankenhausreform seit 20 Jahren“, versicherte Lauterbach dem Konzern. Doch Schwester Schlagheck blieb skeptisch: „Bei anderen Befreiungsversuchen, die am Ende alles noch schlimmer gemacht haben, bin ich etwas skeptisch.“ Er glaubt immer noch nicht, dass das Gesetz letztendlich für ihn funktionieren wird.



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