Fußball – Herne – Protest gegen WM: Stadion wird zum Mahnmal – Sport

Osnabrück (dpa) – Gedenken an getötete Arbeiter am Ort des Auftaktspiels der Glamour-WM: Der Osnabrücker Künstler Volker-Johannes Trieb will am Stadion von Westfalia Hernai im Ruhrgebiet 6.500 Fußbälle aus Stoff und 20.000 Grabkerzen einsetzen Region gegen Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem WM-Protest in Katar. Die Aktion beginnt am Sonntag (20. November) zeitgleich mit dem Eröffnungsspiel der WM in dem arabischen Land. Katar wurde wegen seiner Menschenrechtsprobleme und der Behandlung von Wanderarbeitern heftig kritisiert. Die Regierung der Emirate lehnte Teile der Prüfung ab.

Es sei unerträglich, dass immer noch Menschen für die Freude der Menschheit sterben müssten, sagte der 56-jährige Künstler der dpa. Die Aktion in Harana ist eine Trauerfeier für die Toten, die auf den Baustellen des Stadions starben. „Die 20.000 Kerzen sollen auch für die Familien und Hinterbliebenen stehen.“ Nicht nur Katar als eines der reichsten Länder der Welt, sondern auch die westliche Welt steht in der Verantwortung, die Lebensbedingungen zu verbessern, beispielsweise in Nepal und Bangladesch, wo viele Wanderarbeiter leben.

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Bereits am Tag der offiziellen Auslosung der WM im Frühjahr hatte Tribe die 6500 für die Kampagne genähten Fussballer vor dem Hauptsitz des Weltfussballverbandes FIFA in Zürich verteilt Oversteegen (1923-2016) „Man muss sehen, dass wir überall auf der Welt auf Augenhöhe sind. Die Probleme, die es auf der Welt gibt, können nur mit allen gelöst werden“, sagte der Künstler. „Wir dürfen nicht wegschauen.“

Die 6.500 Fußbälle sollen in Herne auf dem Spielfeld wie ein Friedhof angeordnet werden. Tribe wird bei der Aktion gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) von rund 300 Helfern unterstützt. Bezüglich der 6.500 Kugeln verweist er auf die britische Zeitung „The Guardian“, die Anfang 2021 mindestens diese Zahl von Todesfällen unter Arbeitsmigranten seit der Vergabe der WM 2010 an Katar untersucht hatte. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International spricht von deutlichen Verbesserungen für Wanderarbeiter in Katar seit einer Reform im Jahr 2017, aber es gibt immer noch Tausende ungeklärte Todesfälle.

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Der Künstler Osenbroek hat sich in der Vergangenheit unter anderem mit den beiden Weltkriegen und dem Thema Nachbarschaft beschäftigt. Am Fußball interessiert ihn nach eigenen Angaben vor allem die menschliche Komponente. “Es ist toll, dass sich Menschen noch inspirieren lassen. Ich finde es gut, wenn man die Aufregung teilt und mitleidet.”

In Niedersachsen gibt es weitere Alternativen, um die WM zu verfolgen: Am Samstag startet die Veranstaltungsreihe „Fußball.Macht.Gesellschaft“, an der das Fußballmuseum Frühling, die Per-Mertesacker-Stiftung und die Katholische Kirche zusammenarbeiten. In Hannover soll mit einer Trauerfeier der beim Bau der Stadien in Katar ums Leben gekommenen Arbeiter gedacht werden. Parallel zu den Finalrunden stehen ein Kicktip-Turnier und eine Podiumsdiskussion zu Menschenrechten und „Geldfußball“ auf dem Programm.

Anders als bei früheren Fußballweltmeisterschaften sind in vielen niedersächsischen Städten keine großen Public-Viewing-Veranstaltungen geplant. Das war das Ergebnis der DPA-Umfrage vor einem Monat.

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In wie vielen Kneipen die WM in Katar gezeigt wird, ist nicht bekannt. In der Bremer Bar „Kono“ sei es jedenfalls verboten, Spiele zu zeigen, teilte Betreiber Matija Uremovic mit. Ormovich bereitete ein alternatives Programm vor: Quizabende, Karaoke und ein Vortrag zum Thema „Sport und Menschenrechte“. Er kritisiert den WM-Organisator FIFA: Das ist eine Organisation, die nicht vom Sport, sondern nur vom Geld motiviert ist. Die Spiele dürfen auch nicht in der Bremer Kneipe „Eisen“ gezeigt werden.“ Da ist nichts falsch mit der WM”, sagte Vorstandsvorsitzender Benno Patzer. Die Bar bietet ein alternatives Programm mit Konzerten, Lesungen und Bingo. Beck’s Bierflaschen, auf denen die WM zu sehen ist, werden bei Eisen nur mit einem Aufkleber beklebt verkauft.

© dpa-infocom, dpa:221118-99-566605/3

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