Erlebbare Wissenschaft: Mathe zum Anfassen: Das Mitmachmuseum in Gießen

Etwa 20 Jahre lang gab es in Gießen mit dem „Mathematikum“ ein Museum, in dem Besucher den theoretischen Themen ganz nah kommen konnten. Die Teilnahme ist erlaubt.

Mathematik steckt in allem, sogar in riesigen Seifenblasen oder einfachen Holzbrücken. Das erfahren Besucher des Handmuseums „Mathematikum“ in Gießen anhand einer Mitmach-Ausstellung aus 20 Jahren.

Ausprobieren und mitmachen – das gehört mittlerweile zu den vielen Museen verschiedenster Themen und Wissensgebiete in Hessen.

Bei seiner Eröffnung am 19. November 2002 war das „Mathematikum“ weltweit einzigartig. Dass der Ort überregional bekannt und international bekannt ist, findet Museumsdirektor und Mathematiker Albrecht Beutelspacher „unglaublich“.

Das zeige aber auch, dass „Wissenschaft populär sein kann, der sich niemand zutraut. So können auch die abstraktesten und trockensten Wissenschaftstheorien im besten Sinne massentauglich entwickelt werden.“ Das inspirierte auch andere zu sagen: So etwas kann man auch mit anderen Fächern versuchen.

Wissenschaft Wirklichkeit werden lassen

Das „Mathematikum“ mit mehr als 170 Ausstellungen zum Ausprobieren und Lösen von Rätseln ist Teil des sogenannten Science Centers, einem Handmuseum, das sich der Verwirklichung von Wissenschaft verschrieben hat. An einer Station gibt zum Beispiel eine riesige Seifenoper Einblick in die Welt der Mathematik.

Auch Lesen :  Samsung Galaxy Buds3: Was wir bisher über die neuen Apple-Rivalen wissen

Oder die Besucher bauen eine kleine Brücke aus Brettern, die ohne Hilfsmittel wie Kleber oder Nägel angebracht werden können. An der Zusatzstation entsteht aus jedem Puzzleteil nach etwas Überlegen um die Ecke eine Pyramide.

„Wir wollen unser Publikum möglichst schnell und nahtlos an mathematische Probleme heranführen“, erklärt Professor Beutelspacher. “Und es funktioniert gut mit interaktiven Experimenten.” Wichtig ist auch, das Publikum – die Zielgruppe sind sowohl Kinder als auch Erwachsene – ernst zu nehmen. „Wir wollen sie nicht transformieren, wir sollen sie nicht unterrichten, sie sollen ihre eigenen Erfahrungen machen. Deshalb werden alle Ausstellungen angeboten, die wir haben.“

“Junges Museum” in Frankfurt

Auch andere hessische Museen wollen auf humorvolle Weise Wissen vermitteln. Dazu gehört auch das „Junge Museum“ in Frankfurt, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Das Gebäude ist das erste Kindermuseum Deutschlands. Als es 1972 gegründet wurde, war das Kindermuseum Teil eines Geschichtsmuseums. Nach seinem Abriss zog es für zehn Jahre an die Hauptwache, bevor es 2018 unter neuem Namen wieder in das neu errichtete Historische Museum zurückkehrte.

Das Angebot hat sich im Laufe der Jahre verändert, wie Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) erklärt: Erst gab es mehr experimentelle Ausstellungen, dann erreichte die Manga-Sammlung die Mittelstufe. Später entstanden Ausstellungen, Workshops und das Format „Junges Museum on the Road“. Heute decken interaktive Ausstellungen Zielgruppen zwischen 6 und 14 Jahren ab.

Auch Lesen :  Wissenschaft - Berlin - Verbraucherzentralen: Häufigere Nutri-Score-Kennzeichnung - Wissen

“Grimmwelt” in Kassel

Auch die „Grimmwelt“ in Kassel, die sich dem Werk der Brüder Grimm als großen Sprachwissenschaftler und Geschichtenerzähler widmet, lädt zum Mitmachen ein. Im „Wortreich“, dem Handschriftenmuseum für Sprache und Kommunikation in Bad Hersfeld, befinden sich rund 90 interaktive Exponate.

Außerdem beschäftigt es sich mit den Themen Digitalisierung und digitale Kommunikation. Ende November wird zudem eine neue Ausstellung zu sehen sein, die Besucher in die Bereiche Künstliche Intelligenz und Mensch-Maschine-Kommunikation einführt.

Antike Museen haben viel dazugelernt, wie Themen interaktiv in Science Centern oder Museen präsentiert werden und studieren noch, sagt Christina Reinsch, Geschäftsführerin des Museumsverbandes Hessen. Mittlerweile gibt es viele Angebote in diesem Bereich in Hessen im Haus mit antiken Sammlungen. Was gezeigt werden kann, hängt jedoch von den personellen Ressourcen des Museums ab.

Nutze viel Emotion und genieße

Reinsch sagt, für die Wissensvermittlung im Haushalt sei klar: „Es ist das grundlegendste Prinzip, viele Sinne zu nutzen, es gibt immer verschiedene Wege, in die Materie einzusteigen.“ Denn alle Gäste sollen unabhängig von ihrem Alter angesprochen werden. „Wer gerne mitmacht, bekommt viel. Man muss nicht zwischen Jung und Alt unterscheiden.“

Auch Lesen :  Schwarzes Loch zerfetzt Stern - ein Glücksfall für die Forschung

Dass es in Gießen ein „Mathematikum“ gibt, hängt mit Beutelspachers Arbeit an der Uni zusammen: „Eigentlich will ich das Museum gar nicht erkunden. Ich will besser lehren“, sagt er. Die Idee, Schüler Modelle erstellen zu lassen, um die entsprechende Mathematik zu erklären, ist die erste Zündung. Die Schüler waren begeistert und die Ergebnisse waren erstaunlich.

Dies führte zu der Erkenntnis, dass “es nicht reicht, wenn wir nur 20 Leute haben, um es zu sehen. Es müssen immer mehr Leute zuschauen. Lasst uns eine Ausstellung daraus machen.” Aus der Schau, die die Tournee fortsetzte, wurde schließlich ein Museum, und Bundespräsident Johannes Rau war damals sogar bei der Eröffnung dabei.

Zum Jubiläum präsentiert das Mathematikum neue Veranstaltungen und Sonderausstellungen. Dazu gehören laut Beutelspacher der Kinderunterricht, eine Ausstellung zum Thema „Rätsel“ oder ein weiteres Jubiläum – der 400. Jahrestag der Erfindung des Taschenrechners.

Besucherinformation Museum für Mathematik in Hessen Junges Museum Frankfurt Wortreich in Bad Hersfeld Grimmwelt

Dipa

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button