Entlassener Sexualstraftäter guckt Kindern beim Sport zu

Nach seiner Entlassung aus der Haft wollte ein Sexualstraftäter trotz Hausverbot offenbar mit Kindern zusammen sein. Seine Argumentation wirft Fragen auf.

Im September 2018 wurde ein Mann aus Barnstorf (Kreis Dippolz) wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Rentner kam im Oktober 2021 aus der Haft – nun steht er aber wieder vor Gericht.

Dem Mann wird vorgeworfen, in zwei Fällen gegen die Weisungen der Führungsaufsicht verstoßen zu haben. Der Angeklagte wurde wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu einer Haftstrafe verurteilt und steht seit seiner Freilassung unter Aufsicht. Unter anderem wurde er angewiesen, sich nicht an Orten aufzuhalten, an denen sich normalerweise Kinder aufhalten, etwa in Sportstätten. „Der Mann soll sich zwei Tage auf der Tennisanlage aufgehalten haben, während Kinder dort entgegen der Anordnung Tennis spielten“, teilte das Amtsgericht Dipulz auf Anfrage von t-online mit. „Die Kreiszeitung“ berichtete zuerst.

Auch Lesen :  Handball-WM 2023: Der Spielplan mit allen Teams, Gruppen & Termine | Sport

Als präventive Maßnahme während der Verhaltensüberwachung wurde dem Mann auch eine Bewährungshelferin beigestellt und eine Sexualtherapie war möglich.

Eltern melden einen Mann in der Nähe des Tennisplatzes

An einem Tag des Vorfalls erzählen sie von einem Jungen, der seinen Tennistrainer kontaktierte und ihm von einem “Mann auf dem Balkon” erzählte. Der Trainer, der in der Verhandlung vor dem Amtsgericht in Dipholz als Zeuge aussagte, wurde bereits mehrfach von Eltern kontaktiert, die den Rentner in der Nähe des Tennisplatzes sehen wollten. Zudem wusste der Trainer von dem Mann und seiner Verurteilung – und verständigte die Polizei.

Auch Lesen :  Erst Modeste, nun Selke: Rettet Baumgart wieder Stürmer-Karriere?

Als ein Polizist eintraf, aß der Beschuldigte auf einem Stuhl in der Nähe des Tennisplatzes, berichtet die “Kreiszeitung”. Als Grund gab er an, die Kinder aus Langeweile beim Sport treiben zu sehen. Wegen seines Sportstättenverbots wurde er des Landes verwiesen.

Der Verteidiger des Rentners gab in seiner Aussage jedoch an, dass sein Mandant die Tennisanlage aufgesucht habe, weil er sich am Dümmer mit einem Fischgericht den Magen verwöhnt habe und nicht nach Hause fahren könne. Demnach bat er darum, die Toiletten der Tennisanlage aufzusuchen.

Auch Lesen :  Arbeitsagentur-Chefin fordert "neue Willkommenskultur" | Freie Presse

Richter sieht keinen Zweifel

Der vom Richter und den Verteidigern des Angeklagten befragte Polizist sagte jedoch, der Mann habe ihr nichts von Magenproblemen erzählt. „Er hat sich körperlich völlig normal verhalten, konnte Fahrrad fahren und hat keine Lust geäußert, ständig auf die Toilette zu gehen“, hieß es.

Dem Richter war klar, dass der Angeklagte vorsätzlich gegen die Weisungen des Vorgesetzten verstoßen hatte.

Das Landgericht Dipulz hat in der Hauptverhandlung noch kein Urteil gesprochen, da neben dem vernommenen Bewährungshelfer auch der Psychotherapeut des Angeklagten gehört werden soll. „Ein weiterer Fortsetzungstermin ist geplant“, teilte das Amtsgericht Dipoltz mit.

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button