Energie – Auch Kirchen müssen Energie sparen – Wirtschaft

Berlin (dpa) – Kalte Kirchen und weniger helles Licht: Es ist unwahrscheinlich, dass die Advents- und Weihnachtszeit in diesem Jahr in vielen Gotteshäusern so angenehm wie gewohnt wird, um Energie zu sparen. Nach Recherchen einer deutschen Nachrichtenagentur wurden bereits Leitfäden mit Empfehlungen zur Reduzierung des Energieverbrauchs verschickt.

Kirchen sind auf die Eigenverantwortung der Gemeinden und Kirchengemeinden angewiesen. Eine Landeskirche könne nicht einfach Sparmaßnahmen verordnen, sagt ein Sprecher der Evangelischen Kirche in Württemberg. Gemeinden sind unabhängige Körperschaften, die eigenständig über ihre Ausgaben entscheiden.

Kontrollen zum Thema Energiesparen werde es nicht geben, sagte der Sprecher des Erzbistums Berlin. “Wir sind nicht die Klimapolizei.” Angesichts der Tatsache, dass die Heizkosten von den Kommunen getragen werden, gehe er davon aus, dass das Thema dort sehr ernst genommen werde.

Kühlere Kirchen

Eine der Empfehlungen der Kirchen lautet, die Gotteshäuser – wenn möglich – nicht zu heizen oder die Temperatur zu senken. So raten Diözesen in Nordrhein-Westfalen in einer gemeinsamen Erklärung dazu, Kirchen auf maximal 5 Grad Celsius zu heizen. Temperaturen um die 10 Grad Celsius waren bisher üblich.

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Für jedes Grad Temperaturabsenkung ergäbe sich laut mehreren Beiträgen eine Einsparung von zehn Prozent – ​​je nach Größe der Kirche also zwischen 1000 und 30.000 Kilowattstunden Energie pro Jahr und Grad. Was das konkret bedeutet, zeigt eine Berechnung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland: Würde die Temperatur in all ihren 1.900 Kirchen durch eine Beheizung mit Erdgas oder Heizöl um ein Grad gesenkt, wären jährliche Einsparungen von insgesamt 240.000 Euro möglich möglich.

Schäden an Gebäuden oder Einrichtungsgegenständen wie Kirchenorgeln oder Figuren seien aufgrund der niedrigeren Temperaturen nicht zu erwarten, hieß es in vielen Rückmeldungen. Wichtiger ist die Luftfeuchtigkeit, die unter 70 Prozent liegen sollte. Für die Organe sei eine gleichmäßige Temperatur besonders wichtig, sie vertragen keine Temperaturschwankungen, sagte der Sprecher des Erzbistums Hamburg.

Wie reagieren Gläubige auf kühlere Gebäude? Im Bistum Fulda, wo empfohlen wird, die Kerntemperatur auf 5 Grad Celsius zu senken, habe es wenig kritische Rückmeldungen gegeben, sagte der Sprecher. Die meisten Gläubigen verstehen. Die Sprecherin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesien Oberlausitz betonte: „Es ist wichtig, den Kirchenmitgliedern die Gründe zu erklären.“

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Niedrigere Temperaturen würden Touristen nicht besonders stören, sagt der Pfarrer der Kirche St. Maria in Libek. “Weil sie es aus ihrer Heimat oder Heimat mit so großen Kirchen nicht gewohnt sind.” Ein Sprecher des Bistums Erfurt wies zudem darauf hin, dass man wisse, dass die dortigen Kirchen „keine Temperaturen in den Wohnzimmern“ haben.

Decken, Tee und Wärmflaschen

Um die Menschen bei den Gottesdiensten warm zu halten, ermutigen viele Gemeinden die Menschen, sich warm anzuziehen, Tee und sogar Wärmflaschen mitzubringen. Auch Decken sind vielerorts erhältlich. Einige Kirchen haben beheizte Kissen auf den Kirchenbänken. Laut Erzdiözese Köln lassen sich damit bei abgeschalteter Luftheizung rund 95 Prozent Energie einsparen.

Auch mit sogenannten Winterkirchen wird vielerorts Energie gespart – und das nicht erst ab diesem Jahr. Der Gottesdienst findet nicht in einer Kirche statt, sondern beispielsweise in einem kleineren Gemeindesaal, der besser geheizt ist. Weitere Ideen: Gottesdienste verkürzen, fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien ersetzen oder Synergien schaffen. In Göttingen zum Beispiel werden einige evangelische Kirchen wechselweise beheizt. Sonntags bleibt eine Kirche kalt, die benachbarte mäßig beheizt. Nächste Woche ändert sich.

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weniger Licht

Auch die Weihnachtsbeleuchtung steht im Fokus der Sparbemühungen. Vielerorts müssen wir an der Außenbeleuchtung sparen und Kirchen werden nicht mehr beleuchtet. Im Bistum Trier ist dieses Thema nicht nur wegen der Energiekosten schon lange aktuell. Dort wollen sie mit weniger Licht den Lebensraum von Insekten schützen.

Auch im Erzbistum Köln sollte auf „zu große“ Weihnachtsbeleuchtung verzichtet werden. Da Weihnachten aber – „gerade in einer dunklen Zeit und in der aktuellen Krise – auch ein Fest der Hoffnung ist“, könnten sparsame Lichterketten installiert werden.

„Die Vorstellung, dass Kirchen zur Weihnachtszeit mit Weihnachtsschmuck überhäuft werden, ist ebenfalls übertrieben“, sagt ein Sprecher des Erzbistums Berlin. “Es ist kein kirchlicher Brauch, im Advent alles mit zahlreichen Lichterketten zu schmücken.” Der Weihnachtsbaum kommt nur am Weihnachtstag in die Kirche, ebenso wie die Weihnachtsbeleuchtung.

© dpa-infocom, dpa:221124-99-641896/3

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