Einigung über Flüssigerdgas: Katar liefert LNG an Deutschland

Stand: 29.11.2022 10:31 Uhr

Katar und Deutschland haben eine Vereinbarung über die Lieferung von verflüssigtem Erdgas getroffen. Die VAE planen, mindestens 15 Jahre lang jährlich zwei Millionen Tonnen LNG zu liefern. Wirtschaftsminister Habak zeigte sich zufrieden.

Der Energieriese Qatar Energy hat nach Angaben der katarischen Regierung einen Vertrag zur Lieferung von verflüssigtem Erdgas nach Deutschland unterzeichnet. Katars Energieminister Saad Sharidah Al Kaab sagte, das Gas werde an das amerikanische Unternehmen ConocoPhillips verkauft, das es an Bransbottle liefern werde. Die Lieferungen beginnen im Jahr 2026 und dauern mindestens 15 Jahre. Es soll jährlich bis zu zwei Millionen Tonnen liefern.

Al-Kaabi sagte, dies sei die erste langfristige Vereinbarung zur Lieferung von verflüssigtem Erdgas nach Deutschland. Sie tragen zur langfristigen Energiesicherheit des Landes und Europas bei. “Dies ist ein greifbarer Beweis (…) unseres Engagements für die Deutschen”, sagte der Minister. Ryan Lance, Präsident von ConocoPhillips, fügte hinzu, dass das Gas an verschiedene Käufer in Deutschland verkauft werden solle.

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Al Kaabi erklärte, dass sich Qatar Energy auch mit deutschen Unternehmen über weitere Gaslieferungen in Gesprächen befinde. Er sagte: Wir haben gute Beziehungen zu deutschen Unternehmen und der Bundesregierung. Das Gas des jetzt geschlossenen Abkommens wird aus den beiden Gasfeldern Katars, North of the Eastern Field und North of the South Field, geliefert, die sich an der Küste dieses Landes im Persischen Golf befinden.

Habak: 15 Jahre sind großartig

Bundeswirtschaftsminister Robert Haubeck hält die Laufzeit des Liefervertrags für angemessen. Er sagte: 15 Jahre sind großartig. Es hätte längere Verträge geben können. Aufgrund der geplanten Klimaneutralität in Deutschland ab 2045 soll der Betrag immer geringer werden. Spätestens bis 2040 soll der Gasverbrauch gesenkt und andere Energieformen durchgesetzt werden.

Zu den genauen Details dieses Deals wollte sich Habak nicht äußern. Verträge beziehen sich auf das Unternehmen. Habak sagte, dass die billigsten Angebote auf dem Weltmarkt gekauft werden sollten. Dazu gehört Katar, aber es ist auch nicht der einzige Anbieter auf dem Weltmarkt.

Im Frühjahr reiste der Minister nach Katar, um die Lieferbeziehungen zu besprechen. Habak verteidigte damals den Energiekauf in autokratischen Regierungen. Die Reise war Teil der Bemühungen, die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zu verringern. Vor diesem Hintergrund, so Haubeck, könne Deutschland künftig nicht nur mit Demokratien kooperieren, um seinen Energiebedarf zu decken.

Deutschlands Gasspeicher sind fast voll

Deutschlands Gasreserven sind jetzt fast voll. Aber verflüssigtes Erdgas (LNG) sollte eine größere Rolle spielen, sagt Hoback, ein “Hauptbaustein für unsere Energieversorgung im nächsten Winter”.

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Bundeskanzler Olaf Schultz sagte vergangene Woche, der Kauf von verflüssigtem Erdgas in Katar sei nicht vom Tisch. Im Gespräch mit „Focus“ sagte Schulz: „Deutsche Unternehmen verhandeln sehr konkret, da kann ich Ihnen mehr sagen, als ich sagen kann.“

Deutschland versucht, die ausgefallenen Gasvorräte Russlands unter anderem durch die Lieferung von LNG zu ersetzen, wofür mehrere Terminals in der Nord- und Ostsee gebaut werden. Katar ist einer der weltweit größten Exporteure von verflüssigtem Erdgas. Dieses reiche Emirat verfügt nach Russland und dem Iran über die drittgrößten Gasreserven der Welt. Katar teilt sich mit dem nahe der Küste des Landes gelegenen Iran das größte Gasfeld der Welt. Der überwiegende Teil der Exporte geht nach Asien, bisher vor allem nach Japan, Südkorea und Indien.

Gaslieferung aus Katar ab 2026

Hans-Joachim Vieweger, ARD Berlin, 29.11.2022 10:04 Uhr

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