Australian Open: Rückkehr der US-Amerikaner – und Djokovics Ansage – Sport

Andrei Rublev ist einer der süßesten Typen im Tennis an der Spitze der Welt, er hat zwei Seelen in seiner Brust, die kaum gegensätzlicher sein könnten. Heutzutage trainierte er einst auf Court 3 im Melbourne Park, wo die Australian Open stattfinden. Seine Einheiten ähneln einem Navy SEAL, der durch den Schlamm kriecht, Holzwände erklimmt und Hängebrücken überquert. Nach einer Stunde packte er seine Tasche und ging zu Court 6, um glatt weiter zu schwitzen.

Er geht immer ans Limit, und genau so geht er auch an seine Matches heran, wie die 15.000 Zuschauer in der Rod Laver Arena am Montag erleben durften. Dass sich sein Spiel zu einem der spannendsten in diesem Turnier entwickelte, lag auch an seinem Gegner Holger Rohn, der eine Art Rubello aus Dänemark ist, erst 19 statt 25 Jahre alt.

Die beiden schlossen sich schön, die letzte Etappe war wild. Im fünften Satz führte Rona bereits mit 5:2, bei 6:5 hatte der Junge mit den muskulösen Beinen zwei Spielbälle. Im Tiebreak, der im entscheidenden Satz beim Grand Slam bis auf 10 geht, führte er mit 5:0, dann hatte Rublev zwei Matchbälle bei 9:7, aber: 9:9. Beim Stand von 10:9 für Rublev landete sein Ball an der Netzkante – und ging am Gegner vorbei. Ein grausames Ende für Ron. “Tennis ist wie eine Achterbahn, nicht wahr?”, wurde der Russe im Feldinterview gefragt, als Rublevs andere Seele antwortete und sagte: “Die Achterbahn ist viel einfacher.” Er gestand mit verwirrtem Blick und widerspenstigen Haaren: “Ich zittere stark.” Privat ist er, kaum zu glauben, ein schüchterner und unbeholfener Mann, der sich gerne klein macht. Unter Kollegen ist er beliebt.

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Mit einem fröhlichen Lächeln ausgestatteter Ratschlag des Vaters: Ben Shelton, 20, ist eine der Überraschungen in Melbourne

Die größte Überraschung an diesem sonnigen Tag kam natürlich von einem Amerikaner. Mit seinem ansteckenden Lächeln setzte Linksaußen Ben Shelton seine Siegesserie fort und schlug seinen Landsmann JJ Wolff mit 6:7 (5), 6:2, 6:7 (4), 7:6 (4), 6:2. Der 20-Jährige aus Atlanta, ein älterer College-Tennisspieler, ist der Sohn des ehemaligen Profis Brian Shelton, der Michael Stich 1994 in Wimbledon in der ersten Runde besiegte.

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Vor einem Jahr lag Ben Shelton auf Platz 569 der Weltrangliste. Er hat die Vereinigten Staaten nie in seinem Leben verlassen. „Er hat definitiv den größten Einfluss auf mein Tennis“, sagte Shelton über seinen Vater, den er nach den Australian Open als mindestens 43. der Weltrangliste überholen wird; Brian Shelton wurde 55. “Sein analytischer Tennisverstand ist einer der besten”, schwärmte Ben Shelton, der nach eigenen Angaben ständig mit seinem Vater telefoniert.

Amerikaner erleben Feiertage wie vor nicht allzu langer Zeit. Drei US-Profis stehen im Viertelfinale: Am Sonntag gewann der 22-jährige Sebastian Korda – Sohn des Australian-Open-Siegers von 1998 Peter Korda – im Achtelfinale gegen den Polen Hubert Horkacz, am Montag schlug der 25-jährige Tommy Paul Eroberer Murray Spaniens Roberto Bautista Agut 6:2, 4:6, 6:2, 7:5 Drei Amerikaner im Viertelfinale in Melbourne – das letzte Mal war es 2005, als Andre Agassi, James Blake und Robbie Ginnifer es schafften Sicher: Ein Amerikaner scheidet im Halbfinale aus, aber einer ist garantiert weitergekommen. Shelton trifft am Mittwoch auf Poole.

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Gegner von Rublev wird dann wie erwartet der 35-jährige Novak Djokovic sein. Der neunmalige Gewinner des Turniers, der in Melbourne eine turbulente erste Woche mit Scherzen, defensiven Instagram-Posts, Kommentaren eines Fernsehsenders und Verletzungssorgen hinter sich hatte, fuhr sicher in seine letzten acht.

Mit 6:2, 6:1, 6:2 erledigte er den fassungslosen Australier Alex de Minaur und gab auch bezüglich seines verletzten linken Oberschenkels alles: „Heute habe ich nichts gespürt“, sagte er und sagte: „Ich habe die beste Match, das ich dieses Jahr gespielt habe”. Djokovic steht nun in seinem 13. Viertelfinale bei den Australian Open, für insgesamt 54 Grand-Slam-Viertelfinals. Eine erstaunliche Zahl. Rechnet man zusammen, steht Djokovic seit dreizehneinhalb Jahren ununterbrochen unter den letzten Acht.

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